Erdarbeiten, Zisterne, Kanalschacht oder „Willkommen im Jurassic Park!“

Es war einer dieser blendend schönen Tage. Wir trafen uns mit dem lokalen „Tiefbauer“ von der Firma Frauscher, Herrn Ing. Gelhart, und besprachen die Anforderungen für die Thermobodenplatte in Kombination mit dem Bodengutachten. Da eine „Schwedenplatte“ so ganz anders funktioniert als eine herkömmliche „Bodenplatte“, war es ein durchaus spannendes Gespräch für beide Seiten. Sämtliche Rohre und Leitungen müssen bei diesem System vorab verlegt werden. Außerdem werden die Heizungsschläuche der Fußbodenheizung gleich in die Bodenplatte eingebaut und somit kann später nichts mehr verändert werden.

Obwohl wir immer wieder zu hören bekamen, dass „das nicht funktionieren kann“, blieben wir eisern bei unserem Weg. Warum sollte es nicht klappen? In Schweden stehen alle Häuser auf so einer Schwedenplatte … und die haben 9 Monate Winter (!). Jedenfalls waren wir sehr froh, dass uns die Fa. Frauscher mit einem Polier der Extraklasse aushalf. Herr Hans Bergthaler war wirklich der berühmte Edelstein, den zu finden man nur einmal im Leben das Glück hat. Kaum hatte der „Rentner“ seine Arbeitshosen an, blühte er auf. Ist ja auch eine großartige Sache, einem über 60-jährigen noch einmal die Chance zu geben, mit einem vollkommen neuen System die berufliche Erfahrungs-Laufbahn zu versüßen. Mit Feuereifer arbeitete er sich durch die Pläne des Architekten und den Vorgaben der Bodenplattenfirma.

Diese Arbeit ist zwar anfangs etwas mehr Aufwand, dafür spart man später Zeit, da kein Estrich mehr zwischen Bodenplatte und Haus notwendig ist. Im Zuge der Erdarbeiten wurde dann auch gleich der Kanalschacht mit Rückstauklappe verlegt. Die (vorgeschriebene) Zisterne kam aus der Nähe von Rosenheim von der Firma Böhm, wurde werkseitig vermörtelt geliefert und in die Erde gesetzt. Das war nicht nur deshalb ein Hammer, weil es inerhalb kürzester Zeit möglich war, nein, auch der Preis spielte eine wichtige Rolle! Der war um ein Drittel billger als der einheimische Anbieter.

Da wir möglichst viel Regenwasser für unseren Garten nutzen wollen, haben wir uns für ein Volumen von 8.200 Litern entschieden. Der vorgeschriebene, gedrosselte Ablauf von 5.000 Litern ergibt ein nutzbares Volumen von 3.200 Litern. Das sollte reichen. Die Grube war aber dann so riesig, dass wir kurzfristig überzeugt waren, das sei viel zu viel. Aber dann dachten wir uns, besser zu viel als zu wenig Wasser, schließlich bedeutet Wasser Leben, besonders im Garten.

Erdarbeiten und Bodenplatte legen stellt eine besondere Herausforderung an das Vertrauensverhältnis zwischen Polier, Erdbeweger und Bauherrn dar. Man sollte sich daher wirklich genau ansehen, mit wem man zusammenarbeitet. Zu schnell wird ein „ah, das brauchen wir nicht“ hingeworfen, was sich im Nachhinein als großes Problem erweisen kann. Die Pläne sind nicht umsonst so exakt gezeichnet, wie wir später feststellen durften.

In jedem Fall braucht man eines: Eine dicke Haut gegen alle Sekptiker. Sie meinen es nicht böse, können es sich einfach nicht vorstellen … und das ist eines der größten Probleme, das man lösen sollte: Wie mache ich dem anderen meine Vision klar?

Aber dazu demnächst mehr!

Bis zum nächsten Mal, Flo & Manu